Wir bitten alle unsere Mitreisenden vor der Urlaubstour ihr Bike gründlich zu checken!

Notwendig ist vor allem die Kontrolle der Bremsanlage und der Bremsflüssigkeit. Auch ein Check der elektrischen Anlage (Licht) empfiehlt sich. Ebenso steht ein Test der Federwege und ggf. eine Anpassung der Federung und Dämpfung an das erhöhte Fahrzeuggewicht auf dem Programm. Wer nicht selbst Hand anlegen will oder kann, sollte eine der angebotenen Urlaubs- Aktionen der Fachwerkstätten nutzen.

Reifen:

Den Reifendruck kann der Fahrer vor dem Urlaub selbst überprüfen. Dabei daran denken, dass wegen des schweren Reisegepäcks den Luftdruck auf den empfohlenen "Höchstdruck" erhöht wird. Auf Reifenschäden ist genauso zu achten wie auf die Profiltiefe. Lieber vor der Tour noch neue Reifen aufziehen, als möglicherweise am Urlaubsort noch einen Reifenhändler suchen zu müssen. Nicht vergessen: Gerade in Südeuropa und in Schottland wird oft rauerer Asphalt verwendet, der für höheren Verschleiß sorgen kann! Das Fahren mit "Slicks" ist nicht nur gefährlich, sondern kann auch teuer werden: 50 Euro Strafe und ein Punkt im Flensburger Zentralregister werden für abgefahrene Reifen fällig.

Antrieb:

Ebenso sollte der Ölstand kontrolliert und gegebenenfalls Öl nachgefüllt werden. Auch die Antriebskette freut sich über einen Check der Spannung und eine neue Ladung Fett. Gereinigte Scheinwerfergläser sorgen für ein besseres Sehen und Gesehen werden und somit für mehr Sicherheit.

Das Bike richtig beladen:

Auf einem schmalen Einspurfahrzeug wie dem Motorrad muss das Gepäck für ein oder zwei Personen schon aus Gründen der Sicherheit gut verteilt werden. Schwere Dinge wie Werkzeug gehören in die unterste Lage des Tankrucksacks – nahe an den Schwerpunkt. Dieser sollte durch das Gepäck nämlich nicht zu weit nach hinten wandern – sonst kann das Motorrad ins Schwimmen geraten, ein präzises Manövrieren ist dann nur noch eingeschränkt möglich. Gut gefüllt darf der Tankrucksack jedoch keinesfalls den Lenkereinschlag und den Blick auf die Instrumente und Kontrollleuchten beeinträchtigen.

Beladung:

Regenkombi und kleine Mahlzeiten für zwischendurch zählen zu den Dingen, die schnell greifbar sein müssen. Sie sollten auch im Tankrucksack ihren Platz finden, diesmal obenauf. In den Seitenkoffern und Satteltaschen finden Kleidungsstücke und Campingutensilien ihren Platz. Hierbei sollte ebenso wie bei Transportgut auf der Gepäckbrücke darauf geachtet werden, dass das Gepäck wasserdicht verpackt und gut befestigt wird. Spanngurte mit Schnallen und flexible Spanngummis sorgen für den nötigen Halt. Zudem sind die Seitenkoffer gleichmäßig zu beladen; auch hier gehören die schwereren Dinge nach unten. Weniger ist mehr! Wer auf Reisewaschmittel statt eine weitere Kleidungs-Garnitur setzt hat mehr Fahrspaß und vielleicht noch etwas Platz für Reisesouvenirs übrig. Die Ladung auf dem Gepäckträger sollte nicht zu schwer sein (Angaben der Hersteller von Gepäckträger und ggf. des Topcases beachten – meist gilt eine Grenze von 5 kg). zudem sollte diese möglichst weit vorn befestigt werden, damit der Schwerpunkt der Maschine nicht unnötig nach hinten wandert. Schwere Rucksäcke, so warnen auch Experten vom TÜV Rheinland, sind meist unangenehm für den Fahrer und führen häufig zu einer unbequemen Sitzhaltung und vorzeitiger Ermüdung. Grundsätzlich ist das zulässige Gesamtgewicht der Maschine zu beachten. Angaben dazu stehen im Fahrzeugschein. Gabel- und hintere Federbeineinstellung müssen der höheren Belastung angepasst, der Reifendruck auf das zulässige Maximum erhöht werden. Mit angebauten Koffern ist auf die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu achten, auch wenn diese erheblich unter den möglichen Fahrleistungen liegt. Ratsam ist es, vor Urlaubsantritt eine Probefahrt mit dem bepackten Bike zu unternehmen, um sich an die veränderten Fahreigenschaften zu gewöhnen.

Verbandstasche und Werkzeugset:

Auch auf einer gut geplanten Urlaubstour kann das Material manchmal der Belastung nicht standhalten. Eine Grundausstattung an Werkzeug sollte daher nicht fehlen. Schraubenschlüssel, Klebeband, Reifenpilot, Glühbirnen und Ersatz für Brems- und Kupplungshebel rauben nicht viel Platz und sichern bei einer Panne die Weiterfahrt bis zur nächsten Werkstatt. Mit an Bord sollte auch ein kleines Erste-Hilfe-Paket und Warnweste sein. Empfehlenswert ist eine Motorrad-Verbandstasche, die zudem in einigen Ländern Pflicht ist. Ein weiterer unentbehrlicher Begleiter ist das Biker-Notfallset. Über den Helm gezogen übernimmt die Haube die Funktion des Warndreiecks. Damit können Biker im Notfall den nachfolgenden Verkehr warnen und für Abstand zu einer Unfallstelle sorgen. Das günstige Set passt mit der Platz sparenden Packtasche in jeden Tankrucksack und ist im Notfall schnell zur Stelle. Ein leuchtend gelber oder weißer Überzieher mit Piktogramm-Aufdruck verwandelt Ihren Helm im Handumdrehen in ein gut sichtbares Signal.

Achtung! Anderes Fahrverhalten bei beladenem Bike:

Mit einem voll beladenen Motorrad fährt es sich anders als gewohnt. Der Fahrer sollte sich auf spürbar längere Bremswege und verkürzte Federwege einstellen. Mit größerem Gepäck in Packtaschen und natürlich bei Mitnahme eines Sozius verlagert sich das Gewicht deutlich nach hinten. Dadurch wird das Vorderrad entlastet und besonders bei hohen Geschwindigkeiten kann die Gabel anfangen zu flattern. Bei Fahrbahnunebenheiten – besonders in Schräglage – ist die Führung und Lenkpräzision dann bei vielen Bikes merklich eingeschränkt, zudem steigt die Möglichkeit ein unfreiwilliges "Wheelie" zu produzieren. In jedem Fall ist es besser, mit voll beladener Maschine etwas "gemütlicher" zu fahren als bei der abendlichen Runde auf der Hausstrecke. Ein kleines Training verschiedener Fahrsituationen mit dem beladenen Motorrad vor dem Reiseantritt kann so manche böse Überraschung auf der Fahrt vermeiden.